14.01.2006Krimis, die SZ und der Umsatz

Die
SZ hat es erfolgreich vorgemacht: Wenn's mal schlecht läuft, lass dich inspirieren und hab den Mut, was Neues zu probieren. Und so hat sie sich von einem italienischen Zeitungsverlag abgeschaut, wie man erfolgreich Buch-Editionen herausgibt und das Konzept auf Klassik- und Pop-CDs sowie eine Film-Edition auf DVD ausgeweitet. Der neueste Clou: die
SZ-Krimibibliothek, die mein Krimifan-Herz höher schlagen lässt. Und wenn wir hier schon beim Thema Zeitung und Editionen sind, dann schlagen wir auch gleich die Brücke von der ersten SZ-Ausgabe bis zur Comic-Edition der BILD-Zeitung. Da kann man nix sagen, außer: gut gemacht. Der Zeitungsmarkt hat schlechte Zeiten hinter sich und die Entscheidung, mit Nebengeschäften und neuen Formaten Umsatz zu generieren, war richtig. Vor allem aus Sicht der Verbraucher: Für weniger als 5 Euro pro Band oder DVD gibt's nun dank Cinemathek und Bilbiothek der SZ zum Beispiel feine Filme und gute Bücher. FAZ, Bild, Stern & Co. zogen nach und die Umsätze der Verlage gingen wieder nach oben.
Die Süddeutsche Zeitung beispielsweise hat mit Nebengeschäften im Jahr 2004 über 20 Millionen Euro Umsatz gemacht. Allein mit der Reihe SZ-Bibliothek verkaufte sie 10 Millionen Bücher. Die Rede ist schon von einer "Tschiboisierung" der Geschäftsfelder: Der Kafferöster hat sein Standbein inzwischen komplett verlagert und macht 60 Prozent seines Umsatzes mit Gebrauchsartikeln. Allerdings ist ein Wechsel in dieser Konsequenz bei den Zeitungsverlagen sicher nicht zu befürchten. [
Institut der deutschen Wirtschaft Köln]
Laut Wikipedia bescherten die verlagseigenen Editionen mit Klassik, Popmusik, Filmen und Büchern der SZ neben effektiver Werbung bei den potenziellen Zielgruppen einen zusätzlichen Umsatz von 26 Millionen Euro. (SZ vom 23. April 2005)
Das neueste Baby in der Pipeline:
Die Krimibibliothek der SZ. Da ist vor allem für Krimifans so manche Perle zu finden und die Mischung als alt und neu ist recht gelungen. Ebenfalls auf Krimis setzt der
Stern mit seiner 24-bändigen Krimi-Bibliothek, die jedoch ihren Schwerpunkt eher auf neuere Werke gesetzt hat. Die Bücher sind übrigens etwas teurer als die SZ-Bände, die 4,50 Euro pro Band kosten werden.
So viel Flexibilität und Vielseitigkeit war auf dem Zeitungsmarkt nicht immer gefragt. Die Süddeutsche Zeitung erhielt die
Lizenz Nr. 1 der US-Militärregierung im Oktober 1945 für die erste Zeitung in Bayern nach Kriegsende. Noch am gleichen Abend erschien die
erste Ausgabe, die hier im pdf-Format heruntergeladen werden kann.
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