Happy Birthday, Google!
Vorgestern wurde die Suchmaschine sieben Jahre alt. Und das haben wir zum Anlass genommen, google mal genauer auf die Suchfinger zu schauen.
Mehrere Kriterien sind für Google relevant, um Spam zu bekämpfen und Internetseiten zuverlässig zu bewerten. So entscheidet die
Änderung und Gewichtung von Links (auch innerhalb einer Seite), das
Alter eine Seite, die Aktualisierung von Inhalten, wie oft die Seite in einer
Liste von Suchergebnissen ausgewählt wird, das
Verhalten der Besucher auf der Seite, die Verwendung von
Schlüsselwörtern (Keywords) und vieles mehr über den Rang und die Gewichtung einer Homepage. Google lässt sich in die Karten schauen: Am 31. März 2005 wurde durch Google ein Patent angemeldet auf eine Technik, mit deren Hilfe Spam bekämpft werden soll. Außerdem sollen Webseiten noch besser und genauer bewertet werden können. Durch die Veröffentlichung des Patents ist wieder etwas mehr darüber klar, wie Google Internetseiten bewerten und gewichten will. Lorelle VanFossen hat eine schöne Zusammenfassung mit dem Titel
„Secret Out - How Google Ranks Websites“ geschrieben.
Insgesamt sind mehrere Kriterien für Google relevant.
1. Links
Für viele ein alter Hut: Links. Verweise auf andere Seiten haben immer schon eine große Rolle gespielt, um die Wertigkeit von Seiten und Zitaten zu überprüfen. Mit Hilfe der Links, die auf ein Dokument verweisen, wird bewertet, wie wertvoll und wichtig die Seite ist. Je mehr Zitate oder Links es gibt, desto wichtiger und hochwertiger ist offenbar der Seiteninhalt. Aber Google hat sich noch ein paar
weitere Kriterien zum Thema Links einfallen lassen.
Links, die auf eine Seite verwiesen, wurden relativ hoch bewertet. Je mehr Links auf eine Internetseite verwiesen, desto gefragter und damit auch wichtiger war offensichtlich die Seite. Zwischenzeitlich wurde bei Google ein Bewertungssystem für die Linkquellen hinzugefügt. Je höher nun der Page Rank der verlinkenden Seite war, desto besser für die Seite, auf die verlinkt wurde.
Es wurde allerdings immer schwerer, die Qualität der Links zuverlässig zu bewerten, da immer mehr Webseiten online gingen und das Internet immer unübersichtlicher wurde und auch viele Seiten versuchten, das Suchmaschinensystem zu überlisten, um die vorderen Ränge durch Betrug zu erreichen.
Inzwischen spielt deshalb auch die
Historie einer Seite zusätzlich zur Anzahl und Qualität der Links eine Rolle bei der Bewertung. Google merkt sich, wann eine neue Seite entdeckt wurde und beobachtet quasi den „Alterungsprozess“. Die Veränderung der Links wird ebenso erfasst wie die Geschwindigkeit, in der eine Seite neue Linkverweise von anderen Seiten erhält. Auch die Lebensdauer der Links wird erfasst und eingewertet.
Es geht also nicht darum, tausende Seiten zu haben, die auf eine Homepage verweisen, sondern tausende konstante Links über eine möglichst großen Zeitspanne zu behalten.
Mit diesem Verfahren kämpft Google gegen Spam-Seiten an. Solche Seiten sind in der Regel sehr kurzlebig, sie sammeln sehr schnell eine große Anzahl von Links über ihre Spam-Techniken, dann verschwinden sie irgendwann und tauchen wo anders erneut wieder auf. Je älter also eine Seite und die auf sie verweisenden Links sind, umso mehr Punkte gibt Google ihr.
Neben der Entwicklungsgeschichte und nach und nach angesammelten hochwertigen Verweisen von anderen Seiten bewertet Google auch die
Veränderungen der Linktexte im Laufe der Zeit. Einheitliche Linktexte bewertet Google relativ niedrig, da hier Spam vermutet werden kann.
Das bedeutet: Wenn man den gleichen Textlink konstant über die ganze Homepage benutzt, dann wird das nicht besonders hoch bewertet.
Ein Beispiel:
< a href="link.php"> Taschen-Shop < /a>
Stattdessen sollte der Linktext variieren, vor allem im Laufe der Zeit und innerhalb einer Seite. Die Chancen bei Google werden damit um einiges größer. Im Allgemeinen wird empfohlen, für die Linktexte die fünf bis zehn wichtigsten Schlüsselwörter (Keywords) zu verwenden. So gewinnt man eine gewissen Konstanz bei Keyword- und bei Link-Bewertungen.
Um beim Taschenbeispiel zu bleiben: der Taschenverkäufer sollte auch Textlinks verwenden wie:
Onlineshop für Koffer
Rucksack-Verkauf
Verkauf von Handtaschen
Handtaschen-Shop
Taschenhandel
Mit diesen Techniken wird vielen Spam-Methoden ein Riegel vorgeschoben. Der einfache und kurzfristige Austausch von Links und der so genannte Link-Spam (unerwünschtes und massenhaftes Eintragen von Links überall im Internet) führt keineswegs zu mehr Aufmerksamkeit durch die Google-Bots.
Google machte außerdem klar, dass der Einkauf und Tausch von Links nicht funktioniert, da sie die Techniken und Tricks kennen würden. Auch Links aus Dokumenten ohne Inhalt führen nicht zu einer Aufwertung der verlinkten Seite.
Das alles bedeutet natürlich nicht, dass jetzt jeder Link mit passendem Backlink als Spam bewertet wird. Um diese Unterscheidungen zu treffen, hat Google ja noch einige andere Kriterien, die zusätzlich angewendet werden. Allerdings sollte man seine Linkpartner bewusst auswählen, keine Linkliste mit hunderten von Links anfertigen und auch darauf achten, dass die eigene Seite nicht auf solchen Massenlinklisten auftaucht.
2. Das Alter der Domain
Ein weiteres Google-Kriterum ist das
Domainalter. Im Hinblick auf Spamseiten, die in kurzen Intervallen kommen und gehen, ist das Alter einer Domain ein wichtiges Indiz für die Seriosität einer Seite.
Das bringt natürlich auch Probleme mit sich. Wenn man zum Beispiel seinen Domainnamen ändert, kann es passieren, dass man wieder ganz unten anfängt. Das muss aber nicht zwangsläufig passieren. Wenn die übrigen Maßstäbe, die Google anlegt, erfüllt bleiben und auch der Seiteninhalt, der Traffic und die Links konstant bleiben, dann kann es zwar zu einem vorübergehenden Abfall der Popularität bei Google kommen, nach dem es aber schnell wieder aufwärts geht.
Viele Anbieter von Webspace und Domains bieten besondere Konditionen für langfristige Verträge. Um bei Google zu punkten, sollte man seine Domain für mindestens zwei, besser fünf Jahre registrieren. Die Domainregistrierung sollte
konstant auf für die gleiche Domain und auf den selben Eigentümer laufen.
3. Die Klickrate
Um bei Google vorn dabei zu sein, muss auch die
Klickrate einer Seite passen. Dabei wird bewertet, wie die Leute sich zu einer Webseite klicken. So wird zum Beispiel gemessen, ob die Besucher über eine Suchmaschine, direkt oder über eine andere Seite, über temporäre Dateien oder Bookmarks des Internetbrowsers kamen.
Die Klickrate basiert auch auf der
Click-Through-Rate (CTR), die aus dem Marketing bekannt ist: Damit wird die Effizienz von Bannerwerbung gemessen. Wenn von 100 Besuchern zehn auf einen Banner klicken, dann entspricht die CTR 10 Prozent. Für Google bedeutet es aber einfach: Je mehr Besucher auf einer Seite auch Anzeigen, Banner und Werbung anklicken, desto besser für die Wertung der Seite.
4. Trends, Vorlieben und Jahreszeiten
Google ist in der Lage,
aktuelle und historische Trends, Vorlieben und Jahreszeiten zu berücksichtigen und zu verfolgen. Wenn eine Seite zum Beispiel Bademoden verkauft, dann wird sie wahrscheinlich im Sommer mehr Besucher und damit Traffic haben, als im Winter. Dieser jahreszeitlich bedingte Traffic-Rückgang wird von Google entsprechend bewertet und führt damit nicht zwingend zu einem schlechteren Page Rank während der Wintermonate.
Google verfolgt auch, welche Trends und Interessen gerade besonders aktuell sind. Momentan ist alles, was mit Hurrikan Rita und Katrina zu tun hat, absolut brisant. Vor einigen Jahren war in den USA Terrorismusbekämpfung, dann wieder Paris Hilton oder Britney Spears ganz oben auf der Liste.
Auch diese Technik bietet einen interessanten Aspekt für den Page Rank. Wenn eine Seite zum Beispiel weiterhin Keywörter nutzt und puscht, die schon längst nicht mehr im Mittelpunkt des Interesses stehen, dann könnte das als Spam gewertet werden. Wer also die Trends und Vorlieben in Keywords verpackt dem Kommen und Gehen des öffentlichen Interesses anpasst, könnte Google-Punkte sammeln. Aber dank der übrigen Kriterien ist es doch nicht ganz so einfach.
5. Die Aktualisierungsrate
Google beobachtet,
wie oft Inhalte auf einer Seite aktualisiert oder hinzugefügt werden. Es geht nicht so sehr darum, wie viel, sondern wann.
Wer hunderte von Artikeln in kurzer Zeit aktualisiert, macht sich spamverdächtig. Wer andererseits seine Seite selten oder kaum aktualisiert und ergänzt, wird im Laufe der Zeit Google-Sympathien verlieren. Die goldene Mitte sollte angestrebt werden und hier scheint für Google vor allem die
Beständigkeit auf längere Sicht zu zählen. Also lieber in regelmäßigen Abständen die Seite ein bisschen aktualisieren, als große Mengen in sehr großen Zeitabständen zu ändern.
Wer seiner Seite zum Beispiel regelmäßig und auf Dauer wöchentlich Inhalte hinzufügt, der wird als konstant angesehen.
Regelmäßigkeit wird bei Google gern gesehen. Obwohl in der Patentbeschreibung selbst nichts davon steht, dass regelmäßige Updates höher bewertet werden, als gelegentliche, hat sich doch gezeigt, dass die konstante Aktivität einer Seite Wirkung zeigt und entsprechend bewertet wird.
Google berücksichtigt, ob und wann Seiten aktualisiert werden, ob damit die Attraktivität der Seiten erhöht wird und die Besucherzahlen zunehmen oder ob die Besucherzahlen vielleicht auch einfach über eine lange Zeit stabil und gleichhoch bleiben. Es wird nicht nur der Inhalt bewertet, sondern auch die Entwicklung, Geschichte und die Veränderungen des Inhalts und der Seite. Wenn diese Veränderungen dramatisch und plötzlich passieren, dann liegt ein Verdacht auf Spam oder Betrug nahe und der Rang wird herabgesetzt.
Stabilität über lange Zeit zählt mehr als kurzfristige Schwankungen und Spitzenbesucher-Zahlen.
6. Keywords sind immer noch wichtig
Die Schlüsselwörter und deren Dichte auf einer Webseite spielen für Google noch immer eine wichtige Rolle wenn es darum geht, Inhalt und Bedeutung einer Seite zu bewerten. Die Keywords in Titeln, Linktexten, Schlagzeilen, tags und im Text der Seite zu verwenden ist immer noch entscheiden für den Erfolg einer Webseite.
Veränderungen bei den Schlüsselwörtern (Anordnung, Dichte und Verwendung bei Linktexten, Titeln, Schlagzeilen) werden ebenso beobachtet, wie Änderungen bei den Linktexten. Die Keywords sollten also ebenfalls regelmäßig aktualisiert, bewertet und in Hinsicht auf Dichte und Verwendung innerhalb der Seite überprüft werden.
7. Die Besucher und der Rang einer Internetseite
Wie bei anderen vergleichbaren Suchmaschinen verrät auch das Patent von Google, wie die
Wertung der Seiten miteinander verglichen werden und über einen Zeitraum beobachtet werden.
Der Besucherstrom wird gemessen und bewertet, sowohl was einzelne Unterseiten als auch die gesamte Homepage angeht.
Auch das Verhalten der Besucher spielt eine Rolle: Wie lange bleiben die Besucher auf der Seite, auf welcher Unterseite verlassen oder betreten sie die Homepage. Punkte gibt es auch dafür, wenn Besucher die Seite zu ihren Favoriten oder Bookmarks (Lesezeichen) hinzufügen.
Die Ergebnisse der Suche nach Schlüsselwörtern (Keywords) wird konstant beobachtet. Es ist also auch entscheidend, welche
Schlüsselwörter Besucher auf die Seite locken.
Aber auch der Webmaster einer Seite wird von Google in die Wertung miteinbezogen. Die
Domainregistierungsdaten werden überprüft und mit den Daten auf der Seite verglichen, um sicherzugehen, dass sie übereinstimmen. Die Adresse des Inhabers kann dabei helfen, dass die Seite bei Suchanfragen aus der geografischen Gegend gelistet wird.
Die
Validität der Programmiersprache und der Seitenstruktur spielt zwar nur eine geringe Rolle, sind aber dennoch nicht bedeutungslos für die Platzierung in der Suchmaschine. Deshalb sollte man sichergehen, dass der Code validiert, also zulässig und akzeptiert ist, und die Seite suchmaschinenfreundlich aufgebaut ist. Fehler in der Seitenstruktur oder im Code können den Scanvorgang der Googlebots schnell behindern. Tabellenbasiertes Design wird eher niedrig bewertet, während CSS-Design sehr viel suchmaschinenfreundlicher ist.
Auch die
Rechtschreibung ist wichtig. Zwar beinhaltet das patentierte Page-Ranking-System von Google keine Rechtschreibprüfung, aber Worte, die nicht erkannt werden, fallen für Google einfach unter den Tisch. Falls unter den falsch geschriebenen Begriffen also auch Keywords sind, dann kann das negative Auswirkung auf die Wertung der Seite haben.